Was ist Neurofeedback?

Wenn Sie zusehen können, was ihr Gehirn macht!

Neurofeedback ist eine Methode zur Messung und zur Verbesserung der Gehirnaktivität. Es ermöglicht in Echtzeit die Rückmeldung von Hirnaktivität, die mit dem Elektroenzephalogramm (EEG) oder Hämoencephalographie (HEG) gemessen wird. Neurofeedback basiert auf den Erkenntnissen der Hirnforschung, dass sich Verhaltensmuster auf spezielle Gehirnwellen zurückführen lassen.

Ziel des Neurofeedback ist, dass Patienten lernen, unerwünschte Aktivität des Gehirns zu unterdrücken und erwünschte Zustände herzustellen. Feedback (engl. Rückmeldung) ist eine wesentliche Form des Lernens. Dem Patienten ermöglicht es, durch Rückmeldung des eigenen Hirnwellenmusters eine bessere Selbstregulation zu erreichen. Damit können Handlungen verbessert werden.

Neurofeedback ermöglicht, auf sonst unbewusst ablaufende Vorgänge in unserem Gehirn, unmittelbar selbstständig Einfluss zu nehmen. Es ist eine Behandlungsmethode, bei der gelernt werden kann, sein Gehirn zu benützen und sich positiv zu verändern. Dies geschieht durch ein visuelles und auditives Feedback.

In zahlreichen wissenschaftlichen Studien, u.a. an der Universität Tübingen konnte die Wirksamkeit des Neurofeedback-Trainings belegt werden. Das Neurofeedback-Training bei ADHS kann vereinfacht in zwei Trainingsformen unterschieden werden: Durch das Verstärken oder Abschwächen der definierten Frequenzbereiche einerseits und die Erhöhung / Abschwächung kortikaler Erregbarkeit durch ein Training der so genannten langsamen kortikalen Potenziale andererseits.

Der Ausgangspunkt des Neurofeedback war die Messbarkeit von Gehirnströmen. Aus der Hirnforschung ist bekannt, dass in unserem Gehirn je nach Zustand in dem wir uns befinden (z. B. schläfrig, unkonzentriert, ängstlich, etc.) unterschiedliche Hirnwellenmuster produziert. Sind wir zum Beispiel in Anspannung, sind andere Muster (=Frequenzen) aktiv, als wenn wir entspannt sind.

Wie funktioniert Neurofeedback?
An definierten Punkten des Kopfes werden die Hirnströme abgeleitet. Auf dem Monitor eines Computers werden diese Messungen sichtbar gemacht. Dadurch können ungünstige Hirnwellenmuster erkannt werden, die den Hintergrund für bestimmte Beschwerden wie z. B. Unaufmerksamkeit, Anspannung, Angst, bilden. Durch Sichtbarmachen der für gewöhnlich automatisch ablaufende Vorgänge kann der Patient im Therapieverlauf lernen, positive Veränderungen über Animationen zu erkennen. Dabei lernt er, günstige Vorgänge selbstbestimmt zu steuern und zu verändern. Neurofeedback liefert dem Nutzer die Informationen, die er benötigt, um zu einem positiven Verhalten zu gelangen.

Weshalb ist Neurofeedback erfolgreich?

Wir besprechen mit dem Patienten, wie er die Übungsaufgaben in seinen Alltag übertragen und integrieren kann, um den Behandlungserfolg im Alltag zu nützen. Die Fähigkeit zur Selbstregulation wird so dauerhaft verbessert. Da diese Fähigkeit erlernt wird, bleibt sie über die Dauer der Behandlung hinaus erhalten und führt zu einer anhaltenden Symptomreduzierung.

Wie viele Behandlungen sind erforderlich?

Es werden in der Regel 20-40 Sitzungen benötigt, bis es zu messbaren beständig erwünschten Werten kommt. Um das Neurofeedbacktraining erfolgreich abzuschließen, kann der Vergleich mit dem Eingangsbefund die erwünschte Veränderung aufzeigen.

Was kann verbessert werden?

Aufmerksamkeit
Entspannungsfähigkeit
Aufnahmefähigkeit
Wahrnehmungsverarbeitung
Stresstoleranz

Anwendungsbereiche für Neurofeedback

Aufmerksamkeitsstörung
Autismus
Migräne
Schädelhirnverletzungen
Schlafstörungen
Ängste
depressive Verstimmungen
Schmerzen
Schlaganfall
Tic-Störungen

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